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Interview mit Niels Ewald

 

Individuelles Training bei Wahrnehmungsproblemen

und Lernschwierigkeiten

 

Visuelle Wahrnehmung und Lernen

Oliver kann sich in der Schulklasse nicht konzentrieren, weil es ihm auch bei durchschnittlicher Lautstärke zu laut ist, er Geräusche nicht filtern und einordnen kann.

 

Obwohl Marie zu Hause den Unterrichtsstoff gut gelernt hat und fehlerfrei wiedergeben kann, gelingt ihr dies in der Prüfung plötzlich nicht mehr, und schon beim Gedanken an den nächsten Test bekommt sie Bauchschmerzen.

 

Benedikt wiederum muss sich ständig bewegen oder mit dem Stuhl kippeln und stört Mitschüler dadurch. Wird er jedoch aufgefordert, endlich ruhig und gerade dazusitzen, erfordert dies seine ganze Konzentration, und die nötige Aufmerksamkeit für den Unterricht fehlt.

 

Leonie hört sich gerne Geschichten an, schafft es aber nicht, selbst flüssig zu lesen, weil die Buchstaben so komisch wackeln und die Zeile immer wieder verloren geht.

 

Oft sind es die eigenen Umstände und Erfahrungen, die uns aufmerksam für Alternativen machen. So war es auch bei Niels Ewald, der seit Anfang 2010 in Stegaurach bei Bamberg eine Praxis für Funktionaloptometrie und neurophysiologische Entwicklungsförderung betreibt. Während der Endphase seines Studiums zum staatlich geprüften Augenoptiker und Augenoptikermeister war ein Lesen und Lernen nicht mehr möglich – seine Augen streikten, obwohl medizinisch und augenoptisch betrachtet alles in Ordnung war.

 

Niels Ewald begann sich zu informieren, erkannte für sich einen neuen Weg und absolvierte die Ausbildung zum Funktionaloptometristen. Er arbeitete in der Schweiz, bildete sich im Bereich Visualtraining immer weiter fort und pflegte intensiven Kontakt zu Kinderärzten, Physiotherapeuten und Kinderpsychologen.

 

Durch diese Zusammenarbeit verstand Niels Ewald, welche gravierenden Auswirkungen schon scheinbar geringe Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt oder z.B. ein Kaiserschnitt haben können und ergänzte sein Wissen durch eine weitere Ausbildung zum neurophysiologischen Entwicklungsförderer. In der frühkindlichen Entwicklung werden unsere Reflexe angelegt, die Entwicklungsschritte und zugleich Schutzmuster sind. Ein Teil dieser Reflexe sollte im Laufe der Entwicklung ausreifen, ein anderer Teil bleibt lebenslang erhalten, sollte aber nur dann aktiv werden, wenn es nötig ist. Verläuft die Reifung eines Menschen nicht optimal, werden die unausgereiften Reflexe z.B. durch Licht, laute Geräusche, Berührungen oder andere Reize unangemessen ausgelöst.

 

Da die Probleme der Kinder vielfältig sind, gibt es in der Praxis von Niels Ewald nicht die Musterlösung  an sich, sondern ein Mosaik aus Therapieansätzen, das er je nach Bedarf immer wieder neu zusammensetzt.

 

Niels Ewald:  „Für mich ist es wichtig, dass ich in einem ausführlichen Erstgespräch das Kind, seine Interessen, Talente und Schwierigkeiten, die bisherige Entwicklung und die familiären Umstände kennenlerne. Dabei spielt es auch eine große Rolle, ob das Kind sich überhaupt auf ein Training einlassen möchte, nachdem es oft schon verschiedene Therapien hinter sich hat. Kinder spiegeln  das Verhalten ihres Umfelds wieder, so dass eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern erforderlich ist. Auch sie müssen bereit sein, eigene Verhaltensmuster zu überprüfen und gegebenenfalls zu ändern. Sie müssen es zulassen können, dass sich ihr Kind weiterentwickelt, sich verändert und z.B. selbstständiger und unabhängiger wird.

 

Entscheiden sich Kind und Eltern nach der Grunduntersuchung für ein Training, kommen sie alle vier Wochen in die Praxis und bekommen dort individuell zusammengestellte Übungen gezeigt, die dann zu Hause täglich etwa zehn Minuten durchgeführt werden sollen. Das Training dauert insgesamt ein bis eineinhalb Jahre.“

 

Niels Ewald: „Ich nehme ein Kind nur dann auf, wenn ich davon überzeugt bin, dass ich ihm die richtige Hilfestellung bieten kann. Ich nehme kein Kind auf, von dem ich überzeugt bin, dass es seine Schwierigkeiten auch alleine bewältigen kann. Hier unterstütze ich gerne die Eltern, damit sie wieder Zutrauen zu sich und ihrem Kind finden.“

 

Niels Ewald rät grundsätzlich zu einer  zuversichtlichen Erziehung mit einem Gleichgewicht aus sinnvollen Regeln und liebevoller Gelassenheit, damit Kinder ihre Talente entfalten und ihren eigenen Weg finden können.

 

Britta Ruder

 

 

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