Asymmetrischer tonischer Nacken-Reflex (ATNR)

Wann entsteht der ATNR – Reflex?

Er entsteht im ersten Drittel der Schwangerschaft.

 

Wann sollte der ATNR – Reflex ausgereift sein?

Bis ca. sechste bis neunten  Lebensmonat nach der Geburt.

 

Die Aufgabe des ATNR – Reflexes:

Während der Schwangerschaft ist der Reflex zur Anbahnung von Bewegungen zuständig (Mütter spüren dann Tritte und Stöße), gleichzeitig wird der Muskeltonus entwickelt und das Gleichgewichtssystem wird angeregt.

Der ausgereifte Reflex gibt dem Baby die Möglichkeit aktiv bei der Geburt mitzuarbeiten, es arbeitet sich  im Rhythmus der Wehen durch den Geburtskanal nach unten. Durch diesen Vorgang wird der ATNR-Reflex noch verstärkt.

 

Der ATNR – Reflex ist die Grundlage für eine spätere gezielte Augen-Kopf-Hand-Koordination und für Roll- und Kreuzbewegungen über die senkrechte Mittelachse.

 

Wahrnehmung des ATNR – Reflex:

Wenn das Baby seinen Kopf zu einer Seite wendet, werden gleichzeitig auf der Körperseite reflexhaft der Arm und das Bein seitlich ausgetreckt. Und auf der anderen Körperseite werden Arm und Bein gebeugt.

 

Wenn die Ausreifung nicht erfolgt ist:

Durch ein nicht ausreifen des ATNR – Reflex entwickelt sich ein unsichtbares  Hindernis, welches das Baby darin hindert, die Mittellinie des Körpers zu überkreuzen. Ein fließender Wechsel beidseitiger Bewegungen wird beeinträchtigt. Mit betroffen dadurch sind auch die Bewegungen der Augen.

 

Erkennbar an:

  • Gleichgewicht beeinträchtigt

         z.B. auf einen Bein stehen, Fahrrad fahren …

  • Normale Überkreuzbewegungen erfordern viel Kraftaufwand und Konzentration oder sind eingeschränkt bis gar nicht möglich

         wie z.B. Gehen, Seilspringen, Laufen, Schwimmen

  • Arme schwingen beim Gehen nicht gegengleich mit (roboterhafter Gang)
  • Heft wird beim Schreiben schräg gedreht
  • Kopf wird schräg gehalten beim Lesen und Schreiben
  • Schriftbild unsauber
  • Schrift fällt in die eine oder andere Richtung beim Abschreiben eines Textes
  • Buchstaben und Zahlen werden verdreht
  • Gedanken schriftlich zu formulieren ist schwierig
  • Lesen und Schreiben wird langsam ausgeführt
  • Schnelle Ermüdung
  • Beim Abschreiben häufige Fehler (von Tafel-Heft / Buch-Heft)
  • Unreife Stifthaltung
  • Übermäßig viel Druck beim Schreiben (Stifte müssen häufiger angespitzt werden)
  • Augenfolgebewegungen fallen schwer oder verzögert
  • Setzt viel Konzentration ein und kommt doch nicht zum gewünschten Erfolg
  • Feinmotorik schwierig (bastel, werkeln, schreiben …)

 

 

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